Jugendliche der Klasse 8a pflegen jüdische Gräber im Bad Ems

Der Wandertag auf den Spuren jüdischen Lebens brachte einen Schüler auf eine Idee.

Ein Zeichen des Miteinanders, der Umsicht und der Wertschätzung religiösen und kulturellen Gedenkens setzten am Freitag, 17. Dezember 2021, neun Schülerinnen und Schüler des Goethe-Gymnasiums, indem sie jüdische Gräber auf dem jüdischen Friedhof in Bad Ems pflegten.

Die Idee entstand am Wandertag im Oktober, als die Klasse sich mit ihrer Klassenlehrerin, Benedicte Schödl, auf die Spuren jüdischen Lebens in Bad Ems begab. Sie folgten dabei dem virtuellen „Spaziergang“, den Schülerinnen des Goethe-Gymnasiums 2019 auf jewish-places.de veröffentlichten. Schnell wurde klar, dass die jüdische Kultur und das Leben jüdischer Mitbürger in Bad Ems in Erinnerung bleiben müssen. Der Wandertag endete auf dem jüdischen Friedhof. Die Schüler blickten auf die Gräber, die jüdische Grabkultur und tauchten in die Geschichte vieler Menschen ein. Die Worte eines Schülers aber führten zur Aktion: „Wer pflegt eigentlich die Gräber? Ich würde da gerne helfen!“ So die Worte des Jugendlichen, aus denen dann, organisiert von Geschichtslehrerin Elisabeth Knopp, die Aktion zur Grabpflege entstand. Nach Rücksprache mit den Zuständigen und unter umsichtiger Beachtung dessen, was jüdische Grabkultur ausmacht, pflegte die Schülergruppe einen Teil der Gräber. Am Ende aber stand der Wunsch weiterzumachen. Ein Zeichen der Hoffnung, eine Geste des Miteinanders und vor allem gelebte Wertschätzung anderer Kultur, gemeinschaftlicher Sorge und Fürsorge. Der Dank geht an alle Schülerinnen und Schüler, Elisabeth Knopp und Bibliothekarin Elke Schmidt, die die Aktion tatkräftig unterstützten. Ein Licht in vermeintlich dunklen Zeiten, das Mut macht.

 

Text Benedicte Schödl
Bilder Benedicte Schödl

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