PhilCologne 2023

Glückliche und unglückliche Umstände bescherten dem (gefühlten) Leistungskurs Philosophie 12 am 9. Juni einen beeindruckenden Tag in Köln auf der PhilCologne.

Aber der Reihe nach: Am 4. Mai erfuhr Herr Schuster morgens aus der Rheinzeitung vom Vorverkauf der Tickets zur PhilCologne, dem 11. Internationalen Philosophie-Festival in Köln. In der 6. Stunde desselben Tages diskutierte der Philo-Kurs 12 dann über einen Besuch des vom 6.-13. Juni stattfindenden Internationalen Philosophie-Festivals und noch in derselben Stunde entschied sich der Kurs für die Veranstaltung:

Die Reue des Prometheus – Robert Habeck und Peter Sloterdijk über die Menschheit, das Feuer und das Klima.

Wir ergatterten die letzten Karten und schickten uns am letzten Ferientag der Pfingstferien an, mit 8 Schüler:innen und dem Lehrer Herrn Schuster nach Köln zu fahren. Die Fahrt begann um 13:00 Uhr unglücklich, da das Auto von Herrn Schuster nach ca. 45 Minuten auf der A3 in einen Stau mit Vollsperrung geriet, so dass 4 Personen in brütender Hitze bis Köln dann insgesamt 4 ½ Stunden brauchten und noch gerade rechtzeitig um 17:30 Uhr beim WDR eintrafen. Die Insassen des anderen Autos hatte da bereits nette Stunden in Köln verbracht.

Im Foyer des WDR bemerkte dann Herr Schuster den von ihm geschätzten Moderator des Philosophischen Radios, Jürgen Wiebicke. Herr Schuster machte den Fehler, die Schüler:innen darauf hinzuweisen, so dass Anna Sidiropoulou spontan auf Herrn Wiebicke zusteuerte und ihn bat, ein Foto mit ihrem (etwas peinlich berührten) Lehrer zu machen.

Von der Empore des Großen Sendesaales des WDR (Klaus–von Bismarck Saal) konnten wir dann dem insgesamt 2-stündigen Gespräch lauschen, das von eloquenten, humorvollen und selbstironischen Intellektuellen geführt wurde. Thema war die „Scham des Prometheus“, ein Begriff, der auf den Philosophen Günther Anders (1902-1992) zurückgeht und meint, dass der Titan Prometheus, nachdem er den Menschen das lebenspendende Feuer gebracht hat, damit sie sich von den Göttern emanzipieren, nun erkennt, dass die Menschheit einen verheerenden Missbrauch mit der „Pyrotechnik“ treibt. „Die Feuergabe hat sich als ein fatales Geschenk erwiesen.“

Sloterdijk weist aber zugleich nach, dass erst durch die Entfesselung der Naturkräfte Kohle, Erdöl und Erdgas vor ca. 250 Jahren (Industrialisierung) die Zivilisation einen Fortschrittsschub erlebte, der das Ende der Sklavenhaltergesellschaft bedeutete, weil man nun statt der Mitmenschen die Naturenergie nutzen und ausbeuten konnte. Was früher Muskelkraft vollbrachte, produzierten nun Maschinen (z.B. mechanische Webstühle). Das Problem ist nur, dass wir mit der massiven Nutzung fossiler Brennstoffe das Klima so verändern, dass es uns mittlerweile Probleme bereitet.

Habeck und Sloterdijk gerieten zunächst in eine Kontroverse, da der Politiker für eine demokratische Transformation der „Pyrotechnik“ (vgl. aktuelle Debatte um Gasheizungen) plädierte und apokalyptische Szenarien (versteckte Kritik an der „Letzten Generation“) ablehnte. Sloterdijk sah die menschliche Situation pessimistischer:

Fire-Fighters aller Länder, dämmt die Brände ein!

Nach der Veranstaltung gelang es einigen Schülerinnen des Philosophie-Kurses, ein Selfie mit dem Vizekanzler Robert Habeck zu machen, der kurzerhand das Handy einer Schülerin selbst bediente, da ein Security Mitarbeiter aus Sicherheitsgründen das Fotografieren verweigerte.

Nach mehr als zwei Stunden Philosophie hatten wir uns dann eine Pizza verdient, die wir am Heumarkt bei den 12 Aposteln genießen durften. Erschöpft und hochzufrieden erreichten wir noch vor Mitternacht heimische Gefilde.

 

Text Philosophie-Kurs 12 [SHU]
Bilder Philosophie-Kurs 12 [SHU], Anna Sidiropoulou, Robert Habeck

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