Studienreise und Abschlussfahrt des Lateinleistungs- und grundkurses (MSS 13) nach Rom

Erlebnisreich – eindrucksvoll - einzigartig

Mitte Februar, unmittelbar im Anschluss an die schriftlichen Abiturprüfungen, trafen sich 7 erwartungsfrohe Abiturientinnen und Abiturienten des Lateinkurses der MSS 13 am Bahnhof in Koblenz, um eine besondere Exkursion anzutreten: Eine Zugreise sollte sie nach Rom, die ewige Stadt, bringen. Mit von der Partie waren als Begleitpersonen Frau Dämgen und Frau Jahme aus der Elternschaft sowie die Fachlehrerin. Wir alle freuten uns sehr darauf, am Ende der Schulzeit in der Gemeinschaft des Kurses das antike und auch das christliche Rom kennenzulernen. Bereits die Bahnfahrt war ein Abenteuer für sich: Zwischen Reisekissen, Stricknadeln, Büchern und Proviant machten wir es uns in den Zügen so gut es ging gemütlich und kamen nach 24 Stunden zwar erschöpft, aber voller Vorfreude am nächsten Morgen in Rom an, wo wir nach einer kurzen Pause sofort mit der Erkundung dieser lebendigen Stadt begannen:  Ein erster Höhepunkt führte uns in die Vatikanischen Museen. Dort begegneten wir nicht nur jahrhundertelanger Kunstgeschichte, sondern auch einer Skulpturengruppe, die wir bislang nur aus dem Lektüreunterricht der 12. Klasse kannten. In einer der Nischen des achteckigen Hofes innerhalb des Museums entdeckten wir ihn, den Priester Laocoon, wie er verzweifelt versucht, sich und seine Söhne aus der Umschlingung der beiden Meeresschlangen zu befreien. Aus der Aeneis Vergils wissen wir, dass das Schicksal Trojas da nach dem Willen der Götter bereits besiegelt ist, und auch deswegen fühlen wir mit, wenn wir Laocoons unermesslichen Schmerz, der die Trojaner vergeblich davor warnt, das hölzerne Pferd in die Stadt zu ziehen, an dieser Skulptur begreifen. Ein ganz anderer, beinahe ehrfürchtiger Eindruck erwartete uns in den Katakomben von San Sebastiano. Der Weg dorthin führte uns über die Via Appia Antiqua, jene berühmte antike Straße, die Rom mit Brundisium (heute Brindisi) verband. Unter der Erde tauchten wir ein in die stille Welt der frühen Christen mit ihren schmalen Gängen, schlichten Grabnischen und frühchristlichen Symbolen. Zurück ins Tageslicht führten uns Besuch und Besichtigung des Petersdoms. Ein Gottesdienst, der gerade in einer der Seitenkapellen gefeiert wurde, verbreitete mit Gesängen und Orgelspiel eine erhabene Atmosphäre und ließ uns, während unser Blick immer wieder staunend nach oben zur Michelangelokuppel glitt, noch deutlicher gewahr werden, dass wir uns in der Kirche, die über dem mutmaßlichen Grab von Petrus, dem Apostel Jesu und dem ersten Papst steht, an einem besonderen Ort befanden. Ein Teil von unserer Gruppe bestieg im Anschluss die Kuppel des Petersdomes, von wo er mit einem unvergesslichen Blick über ganz Rom beschenkt wurde. Das antike Rom mit dem Pantheon, dem Forum Romanum und dem Kolosseum beeindruckten uns am folgenden Tag. Die aufrüttelnden Gedanken des stoischen Philosophen Seneca zum Verhalten des Einzelnen in der Masse, die ihn in seiner ep.7 am Beispiel eines grausamen Gladiatorenkampfes zu der paradoxen Erkenntnis führen: „…inhumanior, quia inter homines fui“ – „… unmenschlicher bin ich, weil ich unter Menschen gewesen bin,“ drängten sich manchen von uns auf, während wir durch das größte der in Rom erbauten Amphitheater gingen und uns eine sich an dem blutigen Gemetzel eines Gladiatorenspiels ergötzende Masse vorzustellen versuchten. Erholung fanden wir auf dem Campo de‘ Fiori oder der Piazza Navona mit Berninis barockem Vierströmebrunnen, dem Neptunbrunnen und der barocken Kirche Sant'Agnese in Agone Borrominis, wunderschöne Orte und Plätze in Rom, die Anfang Februar noch nicht von Touristen überlaufen sind. Ein letztes barockes Meisterwerk erwartete uns in der Galleria Borghese: Berninis „Apoll und Daphne“.  Die Metamorphose des Dichters Ovid, die wir im Unterricht in der 11. Klasse sprachlich akribisch analysiert hatten, begegnete uns hier als sinnlich erfahrbares Kunstwerk. Neben den vielen Sehenswürdigkeiten, die wir besichtigt, und den Museen, die wir besucht haben, gab es ausreichend freie Zeit, um Rom auf eigene Faust zu erkunden, durch beliebte Stadtviertel zu bummeln oder sich bei Eis und Cappuccino zu erholen. Abends suchten wir nach Pizzerien für gemeinsame Abendessen, freuten uns, in Rom zu sein, die Abiturientinnen und Abiturienten selbst zog es am späteren Abend in der Gemeinschaft des Kurses noch einmal in die vom Licht der Straßenlaternen erleuchtete Stadt. In der Rückschau blicken wir, erfüllt von vielen neuen Eindrücken, auf eine erlebnisreiche Kursfahrt und sind glücklich und dankbar dafür, dass es uns möglich war, das einzigartige Rom, Fundament unserer gemeinsamen europäischen Kultur, kennengelernt zu haben. Unser Dank gilt deswegen unserer Schulleiterin Christa Habscheid, die diese zusätzliche Studienfahrt genehmigt hat, sowie besonders den Eltern Mandy Dämgen und Kathrin Jahme, die als Begleitpersonen mitgereist sind und uns unermüdlich unterstützt haben.

 

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Martina Rheinspitz

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